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Die Krise der Kleinen: Wie Kinder gut durch den Shutdown kommen

Experten der Oberberg Kliniken geben Familien Tipps, wie sie Kinder stärken

Berlin (ots) - Lüften, Händewaschen, Abstandhalten, Masken: Viele Eltern fragen sich, ob und wie ihr Kind diese Herausforderungen während der Covid19-Pandemie und im Shutdown verarbeitet. Immerhin wird es tagtäglich mit der aktuellen Krisensituation konfrontiert.

"Die Pandemie belastet und löst Ängste aus", sagt Dr. med. Andrea Stippel, Fachärztin für Kinderpsychiatrie und Chefärztin der Oberberg Fachklinik Konraderhof. "Allerdings darf man nicht vergessen, dass wir unabhängig von Covid-19 in einer Zeit der Verunsicherung leben - Klima und Rassismus sind nur zwei der Themen, die unsere Kinder auch beschäftigen. Doch wir wissen auch: Kinder sind in der Regel sehr anpassungsfähig und flexibel und können sich an neue Situationen meist gut adaptieren."

Die Chefärztin der Oberberg Fachklinik Konraderhof erklärt in sieben Tipps, worauf Eltern und auch Großeltern achten können, damit der Nachwuchs gut durch diese besondere Zeit kommt.

Was Kindern jetzt gut tun kann

  • Kinder möchten ernst genommen werden. Es tut Kindern gut, wenn man ein offenes Ohr für ihre Nöte hat und verständnisvoll mit ihren Themen umgeht. Dies kann Ängste reduzieren und das Vertrauen und Wir-Gefühl in der Familie stärken.
  • Kinder wünschen Informationen. Kinder werden täglich mit der Pandemie konfrontiert, können die Informationen aber nicht immer richtig einschätzen. Es hilft ihnen, die aktuelle Situation dem Alter entsprechend erklärt zu bekommen, weder bagatellisierend, noch unerfüllbare Hoffnungen weckend. Tipp: Klar machen, dass die Situation wohl noch eine Weile dauern wird, aber nur ganz wenige Menschen sehr krank werden.
  • Kinder brauchen Vorbilder. Wie Kinder und Jugendliche mit Stress oder Angst umgehen, hängt auch vom Umgang der Eltern damit ab. Gerade jetzt dienen die Großen den Kleinen als Vorbild im Umgang mit einer Krisensituation. Eine realistische und zugleich zuversichtliche Grundhaltung der Eltern kann sich positiv auf das Gefühlsleben der Kinder und ihren Umgang mit der Krise auswirken.
  • Strukturen geben Kindern Sicherheit. Auch wenn Homeschooling oder Homeoffice an der Tagesordnung stehen, tut es Kindern gut, wenn die einzelnen Tage wie zu normalen Schul- und Arbeitszeiten angegangen werden, denn Strukturen geben ihnen Halt und Sicherheit.
  • Kinder möchten Fragen stellen. Medienkonsum ist ein häufiges Streitthema in Familien. Doch anstatt darüber zu streiten, wie lange Nachrichten konsumiert werden, kann es wichtiger sein, einen Raum zu schaffen, in dem Kinder Fragen stellen können, zu dem, was sie gesehen oder gehört haben. Auch ein zeitweise erhöhter Computerkonsum muss nicht dramatisch sein, wenn klar ist, dass dies nicht zum Dauerzustand wird, aber momentan dem Familienklima dient.
  • Ablenkung tut Kindern gut. Ist die Pandemie das Hauptthema in der Familie? Dann kann es Sinn machen, dieses Thema für eine gewisse Zeit bewusst zur Seite zu legen. Zum Beispiel kann man den Fokus auf positive Dinge legen, die Kind und Eltern in der Krise erlebt haben (z. B. "Papa ist der bessere Lehrer"; "Spazieren gehen ist doch nicht so doof"; "Das Gespräch mit euch gestern war toll").
  • Unterstützung durch therapeutische Angebote kann sinnvoll sein, wenn Eltern merken, dass ihr Kind Hilfe benötigt.  

Was tun, wenn Sorgen und Ängste wachsen?

Merken Eltern oder Vertrauenspersonen, dass sich das Kind im Wesen verändert und zurückzieht, dauerhaft niedergeschlagen, traurig und interesselos ist, sich selbst verletzt, hyperaktiv oder aggressiv ist, über Einschlaf- oder Konzentrationsstörungen klagt oder körperliche Symptome wie Bauchschmerzen vermehrt auftreten, kann es sinnvoll sein, einen Experten zu Rate zu ziehen. "Die Bandbreite an psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen ist groß, genau wie die Zahl der Betroffenen. Aber ebenso groß sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Dabei steigen die Erfolgschancen, je früher die psychische Erkrankung erkannt und behandelt wird", erklärt Dr. Stippel weiter.

Mit dem jungen Menschen sprechen, nicht über ihn

obs/Oberberg Kliniken/Wolfgang Stahr
obs/Oberberg Kliniken/Wolfgang Stahr

Junge Menschen brauchen andere Behandlungsformen als Erwachsene, selbst wenn es um das gleiche Krankheitsbild geht. Daher gibt es in der Oberberg Gruppe auch Kliniken mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten, die sich auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene spezialisiert haben. "Bei Kindern und Jugendlichen ist die grundsätzliche Zielsetzung, mit einer fundierten und nachhaltigen Behandlung von psychischen Störungen die persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen und eine Chronifizierung zu verhindern.", so Dr. Stippel. "Die Familien haben wir dabei fest im Blick." Die therapeutischen Angebote sind auf junge Patienten zugeschnitten und in ein Behandlungskonzept eingebettet, das sich ganz an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert.

Mehr Infos unter www.oberbergkliniken.de/kinder-und-jugendliche oder direkt bei der Oberberg Fachklinik Konraderhof: www.oberbergkliniken.de/fachkliniken/konraderhof

Über die Oberberg Gruppe: Die Oberberg Gruppe mit Hauptsitz in Berlin ist eine vor mehr als 30 Jahren gegründete Klinikgruppe mit verschiedenen Kliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an unterschiedlichen Standorten verteilt über ganz Deutschland. In den Kliniken der Oberberg Gruppe werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder in individuellen, intensiven und innovativen Therapiesettings behandelt. Darüber hinaus existiert ein deutschlandweites Netzwerk aus Oberberg Tageskliniken, korrespondierenden Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

Pressekontakt:

HOSCHKE & CONSORTEN (oberberg@hoschke.de) www.oberbergkliniken.de

Original-Content von: Oberberg Kliniken, übermittelt durch news aktuell


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