Donnerstag, 24. Februar 2011

Eric's Fuchsgeschichte (7Jahre)

In der äußerst empfehlenswerten  Zeitschrift Benjamin (Evangelische Zeitschrift für Mädchen und Jungen) gibt es immer die Rubrik "Wie geht's weiter ?". - Eine Art Schreibwettbewerb für Kinder. Dort müssen Sie zu einem vorgegebenen Bild eine Geschichte einfallen lassen. Zu gewinnen gibt es meistens gut ausgewählte Kinderbücher.

Mein Sohn Eric (7 Jahre) reichte folgenden Geschichte ein:

"Ein Fuchs versuchte aus der Waschmaschine rauszuklettern. Dabei waren die Hinterfüße noch drin. Und der Rabe klappte die Waschmaschine zu. Und dann drückte er auf „Start-Drehen“. Dann drehten sich die Hinterfüße von dem Fuchs. Der Fuchs schimpfte. Der Rabe tat Wäsche rein und klappte auf, drückte nochmal auf Start und bekam Wasser ins Gesicht. Das war’s."

Seine erste selbstgeschriebene Geschihcte ... ich bin so stolz.

Er bat mich (30+ Jahre), auch eine Geschichte zu schreiben, und diese lautete wie folgt:

"Der Rabe Krutzi spielte mit der Schnecke Flutzi. Flutzi war froh, mit Ihrem neuen Freund, dem Raben Krutzi, spielen zu können. Schließlich war es nach langer Zeit ihr erster Freund. Bisher hatte sie keinen. Sie war allen zu langsam. Aber Krutzi störte dies nicht. Das Glück währte jedoch nicht von Dauer, da plötzlich ein hungriger Fuchs auftauchte, der den Raben schnappte und sprach: „Ig will Dir fressen!“.
Entsetzt versteckte sich die Schnecke Flutzi in Ihrem Schneckenhaus. Der Fuchs hatte sie nicht bemerkt. Der Rabe zitterte vor Angst. Flutzi spürte dies und dachte, sie müsse ihrem Freund doch helfen. Schließlich machen das doch Freunde füreinander. Sie hatte aber große Angst und dachte: „Gott, steh‘ mir bei!“. Auf einmal spürte sie eine innere Kraft und trat vollen Mutes aus ihrem Schneckenhaus hervor und schrie den Fuchs aus Leibeskräften an: „Lass sofort meinen Freund los!“ Der Fuchs erschrak so sehr, dass er Krutzi los lies und vor Schreck in die Waschmaschine sprang. Der Rabe reagierte blitzschnell und schloss mit einem Schnabelhieb das „Bullauge“ der Waschmaschine zu.
Nach dem einige Schrecksekunden verstrichen waren, vernahmen sie plötzlich ein wimmern. Es war der Fuchs, der gerade bitterlich zu Weinen begann: „Oh – lasst mich raus, ich habe doch nur Hunger! Es ist doch nichts Persönliches …!“ Da bekamen die beiden Mitleid. Sie nahmen ein Tuch und sammelten aus ihren Vorräten Nüsse und wohlschmeckende Blätter ein. Dies überreichten sie dem Fuchs, in dem sie einen winzigen Spalt des „Bullauges“ öffneten. Dieser begann wohl wollend zu schmatzen und fraß all‘ die vegetarischen Köstlichkeiten auf, bis er satt war. Und das, ohne dieses Völlegefühl zu haben, welches er sonst immer bekam, wenn er kleine Tiere verspeiste. Der Fuchs war so erleichtert und sprach: „Ig danke euch, wa!? Ig bin ja so froh, dass ihr mir jeholfen habt, wa! Und das, obwohl ig euch mit Haut und Haar bei jebändijem Leibe fress’n wollt‘, wa!?“ Da erwiderten die Schnecke und der Rabe: „Nur wer Liebe gibt, wird auch Liebe empfangen!
Und mit diesen Worten, ließen sie den Fuchs nun vollends frei und der Fuchs trappte mit einem wohlig genährten Magen und einem warmen Herzen davon."

Tja, dummerweise musste ich Eric versprechen, auch diese Geschichte einzuschicken, was ich dann auch selbstverständlich tat. Naja, mal sehen, was daraus wird.