Direkt zum Hauptbereich

Kindesunterhalt: "Lohnt sich eine Abänderungsklage?" - #Unterhalt #Kinder

Diese Frage stellen sich jetzt Unterhaltspflichtige, denn ab 1. Januar 2018 weist die Düsseldorfer Tabelle für manche ein kleines Plus aus. Sie fragen sich, wie sie dieses Plus geltend machen können: "Lohnt es sich auch dafür vor Gericht zu ziehen?" ISUV-Kontaktanwalt Simon Heinzel, Fachanwalt für Familienrecht, rät: "Zuerst einmal versuchen sich einvernehmlich zu einigen. Ist das nicht möglich, dann kann es unter gewissen Umständen durchaus sinnvoll und notwendig sein den Unterhalt vor Gericht zu erstreiten. Das ist immer dann der Fall, wenn man einen erhöhten Unterhalt über viele Jahre vor sich herschiebt."

Im Umkehrschluss heißt dies, wenn der Unterhalt beispielsweise in einem oder zwei Jahren ausläuft, weil das Kind 18 Jahre alt wird oder eine Lehre anfängt, ist es nicht sinnvoll noch einen Prozess vom Zaun zu brechen, denn die Anwalts- und Gerichtskosten sind höher als der finanzielle Vorteil. "Wer für zwei Kinder Unterhalt zahlen muss, sollte sich in jedem Fall einmal beraten lassen. ISUV-Mitglieder können das im Rahmen der kostenlosen schriftlichen Rechtsauskunft tun, die im Mitgliedsbeitrag enthalten ist", empfiehlt ISUV-Pressesprecher Josef Linsler den Betroffenen.

Interessenverband Unterhalt u. Familienrecht - ISUV (Presseportal)

Folgende Beispiele zeigen, unter welchen Voraussetzungen es sich lohnt, notfalls die Anpassung des Unterhalts einzuklagen:

Eine unterhaltspflichtige Mutter, Einkommensgruppe (1901 - 2300 EUR) hat für zwei Kinder Unterhalt zu leisten. Die Kinder sind im Alter von 5 und 7 Jahren. Für die fünfjährige Tochter muss sie nach den ab 1. Januar 2018 geltenden Beträgen jährlich 144 EUR weniger Unterhalt zahlen, für den siebenjährigen Sohn 170 EUR weniger. In der Summe sind das 314 EUR im Jahr. Die Alimentenzahlerin "schiebt" also mindestens 11 Jahre, d. h. bis der Sohn 18 Jahre alt ist, den Betrag von 314 EUR vor sich her, wenn sie den Unterhalt nicht möglichst bald im Jahr 2018 anpasst. Über die Jahre sind dies dann rund 3500 EUR.

Auch in folgendem Beispiel lohnt sich eine Anpassung: Ein unterhaltspflichtiger Vater, Einkommensgruppe (1901 - 2300 EUR) hat für zwei Kinder Unterhalt zu leisten. Die Kinder sind im Alter von 12 und 13 Jahren. Für die Kinder muss er nach den ab 1. Januar 2018 geltenden Beträgen jährlich jeweils 192 EUR weniger Unterhalt zahlen. In der Summe sind das 384 EUR im Jahr. Der unterhaltspflichtige Vater "schiebt" also mindestens 5 bzw. 6 Jahre, d. h. bis die Kinder 18 Jahre alt sind, den Betrag von 384 EUR vor sich her, wenn er den Unterhalt nicht möglichst bald im Jahr 2018 anpasst. Über die Jahre sind dies dann rund 2200 EUR.

Zuerst sollte aber jeder Unterhaltsverpflichtete einmal prüfen, ob sein Einkommen im Vergleich zum Jahr davor gleichgeblieben, gestiegen oder weniger geworden ist. Nur wenn das Einkommen gleichgeblieben oder gar rückläufig war, sollten Unterhaltspflichtige erst an eine Abänderungsklage denken. "Ein Restrisiko bleibt aber dennoch bei jeder Klage, denn nicht immer entscheiden die Gerichte im Sinne der Alimentenzahler/Innen", stellt Pressesprecher Linsler fest. Die Abänderungsklage muss von einem Anwalt beim Familiengericht eingereicht werden. Noch gut zu wissen: Setzt der Anwalt die Ansprüche zu 100 Prozent durch, so muss der Gegner die Gerichts- und Anwaltskosten allein tragen. - Wieder ein Grund sich einvernehmlich zu einigen.

ISUV - Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren


Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

Kontakt:

  • ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, - info@isuv.de
  • ISUV-Vorsitzender RA Klaus Zimmer, Augustinerplatz 2, 79098 Freiburg, 0761/23455, k.zimmer@isuv.de
  • ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 - j.linsler@isuv.de
Original-Content von: Interessenverband Unterhalt u. Familienrecht - ISUV, übermittelt durch news aktuell


Buchtipps:
Diesen Blog gibt es auch als App
Zum App Store

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Studie ermittelt: Das kostet ein Schulleben in Deutschland - #Schule

Berlin (ots) - Die Einschulung steht vor der Tür, aber die wenigsten Eltern wissen, welche Kosten auf sie zukommen, wenn ihr Kind in die Schule kommt. Das Vergleichs- und Shoppingportal idealo hat die Schulausgaben in Deutschlands Bundesländern etwas genauer unter die Lupe genommen und dabei Kosten wie Einschulung, Erstausstattung, Bücher- und Essenskosten, Verkehrstickets, Arbeitsmaterialien sowie Ausgaben für Klassenfahrten und Hortbetreuung, den mit Abstand am teuersten Kostenpunkt, kalkuliert* - das Ergebnis: Ein Schulleben in Deutschland kostet von der Einschulung bis zum Abitur durchschnittlich 20.700 Euro. Zur Einschulung geben alle Bundesländer in etwa 425 bis 525 Euro** aus, somit gestaltet sich der Start fast überall gleich. Doch ab dem ersten Schultag gehen die Kosten stark auseinander, Preisschwankungen sind im Bundesvergleich deutlich erkennbar. Das Schulleben ist in Niedersachsen am teuersten obs/ Idealo Internet GmbH/ idealo internet GmbH Mit 27.300 Euro ist ei...

"Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums" (NDR/MDR/KiKA/rbb)

Verhängnisvolle Schwindeleien bei LOLLYWOOD am 31. Januar 2020 Erfurt (ots) - Wie drei Lügen die Welt von Matti nach und nach in Schieflage bringen, zeigt KiKA am 31. Januar 2020 um 19:30 Uhr bei LOLLYWOOD in der Verfilmung des erfolgreichen Kinder- und Jugendromans " Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums " (NDR/MDR/KiKA/rbb) von Salah Naoura. Das Universum muss durcheinander geraten sein, findet der zehnjährige Matti (Mikke Rasch) - und zwar durch die unzähligen Lügen der Erwachsenen um ihn herum: Sein Vater Sulo (Tommi Korpela) behauptet, er habe einen neuen Job in der Schweiz, seine Mutter (Sabine Timoteo) schwindelt sich gemeinsam mit der Zeitung einen Delfin in den Ententeich und die vermeintlichen monatlichen Spenden aus der Familienkasse für Tiere in Not, gibt es auch nicht. Um das Gleichgewicht im Universum wieder herzustellen, beschließt Matti, selbst einige Lügen in die Welt zu setzen und hofft, damit dem Glück ein wenig nachzuhelfen. Mit H...

Digitale Bildung: E-Books an Schulen vor dem Durchbruch #debk #Bildung

Düsseldorf (ots) - Laut einer PwC-Studie könnte der Anteil von E-Books an den Gesamterlösen im Schulbuchmarkt bis 2021 auf fast 40 Prozent steigen / 53 Prozent der Bundesbürger zeigen sich inzwischen offen für elektronische Schulbücher / In Haushalten mit schulpflichtigen Kindern liegt die Zustimmung sogar bei 59 Prozent / Befragte sehen geringeres Gewicht und ständige Aktualität des Lehrmaterials als wichtige Vorteile / PwC-Experte Ballhaus: "Die Frage, wann das E-Book in die Schulen kommt, ist für viele Verlage hierzulande existenziell" An vielen deutschen Schulen könnte der Einsatz elektronischer Lehr- und Lernmaterialien schon bald der Normalfall sein - das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Demnach könnte der digitale Anteil an den Gesamterlösen im Schulbuchmarkt von derzeit 4,3 Prozent bis 2021 auf fast 40 Prozent steigen. Eltern signalisieren Unterstützung für die Umstellung: So zeigt eine separat durchgeführte repräs...