Mittwoch, 20. Juli 2016

Kinder und Freizeit: Noch sind Fußball und Freunde beliebter als Online-Spiele - LBS-Kinderbarometer: Handyspiele bisher vor allem Lieblingsbeschäftigung der Jungen

obs/LBS West/Grafik: LBS
Berlin (ots) - Mädchen treffen sich mit ihren Freundinnen, Jungen spielen am liebsten Fußball. Dieses eher traditionelle Rollenbild der Freizeitgestaltung gilt bisher auch im Zeitalter von Smartphone und Konsole, hat das aktuelle LBS-Kinderbarometer herausgefunden. Befragt wurden bundesweit über 10.000 Kinder der Klassen 4 bis 7. Handy- und Computerspiele landen bei den Jungen mit 30 Prozent immerhin schon auf Platz 2 der Lieblingsbeschäftigungen, bei den Mädchen dagegen tauchen sie nicht einmal unter den ersten zehn Plätzen auf. "Die neuen Spiele mit Verknüpfung von realer und virtueller Welt könnten das aber bald ändern", vermutet LBS-Sprecher Dr. Christian Schröder.

"Mit Freunden treffen" nennen 42 Prozent der Mädchen als ihre allerliebste Freizeitbeschäftigung, gefolgt vom Reiten (18 %) und Schwimmen (16 %). Bei den Jungen ist Fußball mit 45 Prozent der unangefochtene Favorit, 30 Prozent "zocken" am liebsten in ihrer Freizeit, 21 Prozent treffen sich mit Freunden. "Das Interesse am 'Zocken' steigt allerdings mit zunehmendem Alter an", sagt Dr. Kathrin Müthing vom PROSOZ Institut für Sozialforschung PROKIDS. Außerdem würden die Computerspiele häufiger von den Kindern als liebste Freizeitbeschäftigung angegeben, die sich im Allgemeinen, in der Familie und insbesondere in der Schule weniger wohl fühlen.

Das LBS-Kinderbarometer befragt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderschutzbund regelmäßig über 10.000 Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren (Klasse 4 bis 7 aller Schulformen) nach ihrer Meinung. Start war 1997 in NRW, seit 2007 sind alle Bundesländer vertreten, Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention "Berücksichtigung des Kinderwillens". Es wird vom PROSOZ Institut für Sozialforschung PROKIDS durchgeführt.