Sonntag, 14. August 2016

Jugendliche müssen Belästigung im Internet nicht hinnehmen via @weisserring -

(fair-NEWS) Dauerhafte Belästigungen, Beschimpfungen und obszöne Anmachen müssen Jugendliche in Internetforen, in sozialen Netzwerken und auf Dating-Plattformen nicht hinnehmen. Dafür möchte der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, am Internationalen Tag der Jugend am 12. August sensibilisieren. 

Internationaler Tag der Jugend
(fair-NEWS)
Jugendliche sollten stattdessen Personen, die sie bedrängen und immer wieder unerwünscht Kontakt aufnehmen, blocken und dem Plattformbetreiber melden. Nur so kann der Betreiber der Sache nachgehen, verwarnen und unseriöse Profile löschen. Bei schwerwiegenden Beleidigungen, Drohungen und der Zusendung von pornografischem Material sollten Jugendliche nicht davor zurückschrecken, die Polizei einzuschalten.
Junge Menschen befinden sich in einer Lernphase – auch, was ihr Onlineverhalten angeht“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS. Teilweise falle es ihnen – wie auch vielen Erwachsenen – schwer, einzuschätzen, welche Dimensionen und Folgen eigene Aktivitäten im Netz haben: zum Beispiel, wer auf eingestellte Daten, Bilder und Informationen tatsächlich zugreifen kann und wie lange diese im Netz gespeichert bleiben. Auch passiere es, dass in Zeiten enger digitaler Vernetzung Inhalte ins Netz gestellt würden, ohne sie vorher kritisch geprüft zu haben. „Wenn sich Jugendliche mit einer Online-Bekanntschaft oder einem gänzlich Unbekannten konfrontiert sehen, der sie plötzlich dauerhaft und ungefragt beleidigt, bedroht oder obszön angeht, kann sie das erheblich verunsichern“, so Biwer. Dies könne unter Umständen daran hindern, sich Hilfe zu holen und andere einzuschalten.

Das Internet erlaubt Tätern, rund um die Uhr aktiv zu sein, ohne dabei überhaupt real in Kontakt mit Opfern zu treten, und sie auch praktisch vor den Augen aller anderen Netzwerkmitglieder anzugehen und bloßzustellen. Entsprechend permanent ist die Belastungssituation für Opfer. Nicht selten leiden sie in der Folge noch jahrelang unter schwerwiegenden körperlichen und psychischen Belastungen, die das weitere Leben massiv beeinträchtigen können. Gerade für junge Menschen kann dies besonders tragisch sein. Daher ist es auch so wichtig, aktiv zu werden, sich dauerhafte und unerwünschte Belästigung nicht gefallen zu lassen und Vertrauenspersonen, den Plattformbetreiber oder unter Umständen auch die Polizei zu kontaktieren.

Der WEISSE RING möchte auch Eltern dazu ermutigen, sich über Risiken und Gefahren in der digitalen Lebenswelt ihrer Kinder zu informieren und mit ihnen darüber zu sprechen. Wichtig ist dabei, Jugendliche für ihr Online-Verhalten nicht von vornherein zu verurteilen und sie nicht unnötig einzuschränken. In sozialen Netzwerken wie Facebook gibt es beispielsweise Privatsphäre-Einstellungen, die vor Kontaktaufnahme Unbekannter schützen können. Es hilft auch, sich Nutzungsrechte eines Plattformbetreibers aufmerksam durchzulesen, um zu erfahren, was mit ins Netz gestellten Inhalten passiert und zu welchem Zweck der Betreiber diese Daten noch verwenden kann. „Wichtig ist, das richtige Gespür bei sich und seinen Kindern zu entwickeln, welche persönlichen Daten preisgegeben werden dürfen“, betont Bundesgeschäftsführerin Biwer. Gleichermaßen wichtig sei die Erkenntnis, dass Opfer Tätern im Internet nicht schutzlos ausgeliefert sind.

Der WEISSE RING steht Opfern, die im Internet belästigt und bedroht werden, mit Rat und Tat zur Seite: Die 3.200 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Mitarbeitern leisten in bundesweit 420 Außenstellen Trost und Beistand und begleiten zur Polizei und zum Gericht. Darüber hinaus vermitteln sie finanzielle und weiterführende Hilfen. Die Mitarbeiter des bundesweiten und kostenlosen Opfer-Telefons des WEISSEN RINGS sind unter der Rufnummer 116 006 an allen sieben Wochentagen von 7 bis 22 Uhr erreichbar.

WEISSER RING e. V.
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