Direkt zum Hauptbereich

Mit Nahrungsmittelallergie in Kita und Schule

Was Eltern, Erzieher und Lehrer rund um Anaphylaxie wissen müssen

ERGO Group
(fair-NEWS) Etwa 10.000 Kinder erkranken jedes Jahr an einer Nahrungsmittelallergie. Besonders oft reagieren Kinder allergisch auf Hühnereiweiß, Nüsse, Fisch, Weizen, Soja und Kuhmilch. Zuhause können Eltern gut steuern, welche Lebensmittel der Nachwuchs zu sich nimmt. Aber wenn ihr Kind in die Kita oder die Schule kommt? Was Eltern dann beachten sollten, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Auswirkungen einer Lebensmittelallergie


Anders als bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit erfolgt die Reaktion bei einer Nahrungsmittelallergie oft schon nach wenigen Minuten. Allergische Symptome reichen von Kratzen im Hals, roten Flecken oder einer Schwellung im Kehlkopfbereich bis hin zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock. "Unter einer Anaphylaxie versteht man eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, die sogenannten Allergene. Dabei können verschiedene Organsysteme wie Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Herzkreislaufsystem gleichzeitig betroffen sein. Im schlimmsten Fall verläuft eine Anaphylaxie innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich", erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Bei Lebensmittelallergien hilft nur, die entsprechenden Nahrungsmittel vollständig zu meiden, um ein Ausbrechen der Symptome zu verhindern. Bei manchen Lebensmitteln - wie etwa Fisch - fällt dies leichter als bei anderen, die in verarbeiteten Produkten vorkommen. So ist zum Beispiel Hühnerei neben Nudeln und Kuchen etwa oft auch in Schaumküssen oder Eis enthalten.

Wichtig: Frühzeitige Aufklärung


Laut Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt es in jeder Schulklasse statistisch gesehen mindestens einen Schüler mit einer Lebensmittelallergie. Was bedeutet das für Eltern, Kinder und das pädagogische Personal? "Betroffene Kinder müssen sehr gut über die eigene Krankheit Bescheid wissen. Außerdem sollten Eltern ihnen einschärfen, sich sofort an einen Erwachsenen zu wenden, wenn Symptome auftreten", rät der DKV Gesundheitsexperte. Ebenso wichtig ist es, das Umfeld aufzuklären: "Eltern sollten - am besten schon bei der Anmeldung - die Kita-Leitung, Erzieher, Lehrer und Schulleiter über die Allergie ihres Kindes informieren. Es empfiehlt sich, eine Kopie des vom Arzt ausgestellten Allergieausweises abzugeben", so der Hinweis von Dr. Wolfgang Reuter. "Sie sollten auch klären, wie andere Kinder und deren Eltern am besten informiert werden können." Übrigens: Auf der Webseite des Deutschen Allergie- und Asthmaverbundes e.V. (daab.de) können betroffene Eltern einen Ratgeber unter anderem auch mit Notfallplänen für Kita und Schule anfordern.

Was gilt in der Mensa oder im Schullandheim?


Schulen mit Ganztagsbetrieb sind verpflichtet, ein Mittagessen anzubieten. "Diese Pflicht beinhaltet allerdings kein Extraessen für Lebensmittelallergiker", so der DKV Gesundheitsexperte. Dennoch sind viele Einrichtungen auf Allergiker eingestellt, etwa durch ein spezielles Speisenangebot oder durch die Möglichkeit, Speisekomponenten separat wählen zu können. Viele Kantinen bieten selbst für unverpackte Lebensmittel ein Zutatenverzeichnis an. Speisen mit Allergieauslösern sind oft extra gekennzeichnet. Um klären zu können, ob das Gericht für das Kind geeignet ist, sollte auch das Personal über Inhaltsstoffe Auskunft geben können. Eltern sollten sich außerdem erkundigen, ob es möglich ist, Essen von zuhause mitzunehmen und zu erwärmen. Steht eine Klassenfahrt an, empfiehlt es sich, vorab mit der Unterkunft Kontakt aufzunehmen. Einige Schullandheime oder Jugendherbergen stellen sich auf Allergiker ein, wenn sie frühzeitig Bescheid wissen. Übrigens: Bei Geburtstagen und anderen Feiern hilft kleinen Allergikern der Griff in eine extra "Schatzkiste" mit erlaubten Süßigkeiten, aus der sich das Kind bedienen kann. So lässt sich anderen Versuchungen besser widerstehen.


Im Notfall: Erste-Hilfe-Maßnahmen für Erzieher und Lehrer


"Einen Allergenkontakt völlig auszuschließen, ist nicht möglich", weiß Dr. Wolfgang Reuter. Daher ist es sowohl für Eltern und Kinder als auch für Erzieher und Lehrer unbedingt empfehlenswert, Maßnahmen zur Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion zu kennen und einsetzen zu können. Im Kindergarten oder der Schule sollte zu diesem Zweck ein gut zugänglicher Notfallplan hängen sowie für jedes betroffene Kind ein Notfallset hinterlegt sein. Ein solches Set bekommen Allergiker vom Arzt verschrieben. Es enthält neben einem Antihistaminikum auch Kortison und Adrenalin. Kommt es zu einem anaphylaktischen Notfall, benötigen die Betroffenen meist eine Adrenalin-Injektion. Dafür enthält ein Notfallset einen Adrenalin-Autoinjektor, der speziell für Laien konzipiert und einfach zu verwenden ist. Danach sollten Beteiligte sofort den Notruf (112) verständigen.

Diese und weitere Verbraucherthemen finden Sie unter www.ergo.com/verbraucher. Weitere Informationen zur Krankenversicherung finden Sie unter www.dkv.de.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Problematischer Medienkonsum bei Kindern

Wenn das Smartphone unersetzlich wird
(PrNews24) sup.- 75 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren spielen täglich bis zu 30 Minuten lang mit Smartphones. Zu diesem Ergebnis kommt die so genannte BLIKK-Studie, bei der u. a. mit Unterstützung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) 6.000 Minderjährige im Hinblick auf ihren Umgang mit digitalen Medien befragt wurden. Jugendliche aktivieren ihre mobilen Telefone im Schnitt bereits 120- bis 150-mal am Tag. Das bedeutet laut dem Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Christoph Möller (Hannover), dass alle Aktivitäten in der realen Welt, ob frühstücken, Hausaufgaben machen oder mit Freunden treffen alle neun bis zwölf Minuten unterbrochen werden. „Auf jedes Fiepsen, Brummen oder Klingeln wird unmittelbar reagiert“, so Prof. Möller.

Vor der Suchtgefahr von Smartphones, Tablets oder Computern warnt auch Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. 500.000 bis 600.000 Menschen seien in Deutschland Schätzu…

Welche Mediennutzungs-Regeln für Kinder machen Sinn? - #Medienpädagogik -

Ein Schüler-Experiment mit völlig uneingeschränktem Medienkonsum liefert überraschende Antworten Kirchberg/Jagst (ots) - Praktisch jeder Jugendliche, 98 Prozent, zwischen 12 und 19 Jahren, besitzt laut aktueller JIM-Studie ein Handy, 92 Prozent ein Smartphone und drei Viertel können per Flatrate online gehen. Genutzt werden die Mobilgeräte hautpsächlich zum Chatten, für YouTube und Musik. Die digitalen Medien gehören zur Lebenswelt dieser Generation - und sind im Alltag doch Plagegeister, die in Familien, aber auch an Schulen wiederkehrend Sprengstoff bieten, wenn es um deren Reglementierung geht.

Relative Einigkeit herrscht im schulischen Bereich: Mobiltelefone und digitale Medien sind im Unterricht meist tabu. Und außerhalb der Schule? Eltern sollten individuelle Regelungen für ihre Kinder treffen. Aber welche Regeln machen wirklich Sinn? Vor dieser Frage stehen auch Internate, die in Vertretung des Elternhauses die häusliche Freizeit ihrer Schüler mit gestalten. Auch hier sind die…

"musstewissen": funk startet Nachhilfe-Format auf YouTube - @ZDFpresse

Mainz (ots) - Im Unterricht ging alles mal wieder viel zu schnell und morgen steht schon die nächste Klassenarbeit an? Keine Sorge - ab Dienstag, 14. März 2017, 13.00 Uhr, gibt es Hilfe für stressgeplagte Schüler: Bei "musstewissen", dem schulbegleitenden ZDF-Format für funk, geben Experten Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Chemie, Geschichte. Physik folgt ab Donnerstag, 28. April 2017, und Mathematik ab Montag, 15. Mai 2017. Präsentiert werden die Kanäle unter anderem von bekannten Wissens-YouTubern, wie Mirko Drotschmann ("wissen2go") und Lisa Ruhfus ("Die Klugscheisserin"). Sie alle haben ihr Fach studiert und können die Inhalte gut erklären.

Zu jedem Schulfach wird jeweils ein Lernvideo pro Woche auf YouTube veröffentlicht - und zwar immer um 13.00 Uhr, damit die Schüler für ihre Hausaufgaben gerüstet sind. Auf Instagram und Facebook finden sich zudem passende "Spickzettel" und spannende Fakten zum behandelten Stoff. Die Inhalte der Videos s…