Dienstag, 16. August 2016

Tipps für Eltern rund um vernetztes Spielzeug und Datenschutz via @ERGODirekt -

(fair-NEWS) Künstliche Intelligenz und vernetzte Spielzeuge halten Einzug ins Kinderzimmer. Ob Puppen mit Mikrofon und Internet-Anbindung oder Lerncomputer mit Kamera und Bewegungssensor: Kinderspielzeug wird zunehmend vernetzt und "smart". Was Eltern über die digitalen Spielgefährten wissen müssen und was beim Datenschutz zu beachten ist, erklärt Dieter Sprott, Versicherungsexperte der ERGO Direkt Versicherungen.
Gemeinsames Spielen mit internetfähigem Spielzeug
(Bildquelle: ERGO Group)

Immer mehr Kinder nutzen digitale Medien und vernetzte Spielzeuge. Wie ist diese Entwicklung einzuschätzen?


Die Digitalisierung hat mittlerweile alle Lebensbereiche erfasst und oft völlig umgekrempelt -zum Beispiel unsere Art zu lernen, zu arbeiten und zu kommunizieren. Und natürlich betrifft die zunehmende Vernetzung auch den Nachwuchs. Es gibt nur wenig wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie der Umgang mit neuen Medien die Entwicklung von Kindern beeinflusst. Klar ist: Viele Kinder kommen heute bereits im Kleinkind- und Vorschulalter immer wieder mit digitalen Medien in Kontakt. Einer Erhebung des Deutschen Jugendinstituts aus dem Jahr 2015 zufolge steigt der Anteil der Internetnutzer kontinuierlich von zwei Prozent bei den Einjährigen auf 24 Prozent bei den Fünfjährigen. 11 Prozent der Einjährigen und 26 Prozent der Zweijährigen beschäftigen sich regelmäßig mit Apps. Kinder sollten den Konsum aber nicht übertreiben und sich auch analogen Spielen und Spielzeugen widmen, zum Beispiel im Freien. So werden sie durch die Umwelt angeregt, was für ihre Entwicklung wichtig ist. Vorbilder - gerade auch beim Medienkonsum - sind in erster Linie die Eltern. Wer als Elternteil ständig sein Smartphone in der Hand hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Nachwuchs lieber auf den Bildschirm starrt statt im Garten zu spielen.


Welche vernetzten Spielzeuge gibt es bereits, welchen Mehrwert haben sie für die Kinder und welche Gefahren bestehen?


Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von internetfähigen Spielgeräten, für Kleinkinder beispielsweise sprechende Dinosaurier oder eine WLAN-Barbie-Puppe. Beide zeichnen die Gespräche mit ihren Besitzern auf und schicken die Daten zur Spracherkennung an Server im Internet. Auf diese Weise lassen sich Aussagen der Kinder analysieren und passende Antworten auswählen. Auf ältere Kinder zugeschnitten sind interaktive Lern-Tablets, die sich über WLAN mit dem Internet verbinden lassen. Damit können Kinder Fotos, Videos und Sprach-Dateien aufnehmen und an Eltern und Freunde senden. Sie können außerdem Textnachrichten verschicken, Termine in einen Kalender eintragen und Daten von Freunden - wie Namen, Telefonnummern und Bilder - im Adressbuch speichern. Für viele Kinder ist das toll: Sie können - ganz wie die Erwachsenen - über den Computer mit ihren Freunden kommunizieren. Datenschützer sehen in diesen Geräte jedoch Gefahren: Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, bieten einen möglichen Angriffspunkt für Hacker. Und Spielzeuge mit Mikrofon lassen sich beispielsweise als Wanze missbrauchen. So können Kinder im schlimmsten Fall überwacht, belästigt oder gemobbt werden.

Was sollten Eltern hinsichtlich des Datenschutzes beachten?


Die Datenschutzbestimmungen vernetzter Spielzeuge sind meist in den Verpackungen angegeben oder im Internet abrufbar. Eltern sollten bei der Auswahl der Spielzeuge auf europäische Hersteller setzen, denn diese müssen sich an die verhältnismäßig strengen europäischen Datenschutzbestimmungen halten. Dennoch ist in Verbindung mit persönlichen Daten generell Vorsicht geboten. Denn es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Eltern sollten sich genau überlegen, welche Daten sie von sich und ihren Kindern preisgeben. Grundsätzlich gilt: Je weniger, desto besser. Besonders vorsichtig sollten sie mit der Veröffentlichung von Fotos, Videos und Audios sein. Es ist sinnvoll, dass Eltern ihre Kinder möglichst bis ins Grundschulalter nie unbeaufsichtigt mit internetfähigen Spielzeugen oder Apps spielen lassen. Sie sollten beobachten, wie diese auf die Kleinen wirken und die Zeit im Internet begrenzen.

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