Montag, 14. November 2016

„Ein Licht für die Sekundarschule“ – Demonstration für die Sekundarschule Bethel in Bielefeld

Große Demonstration am Sa. 12.11.2016, 17.00 Uhr, Jahnplatz Bielefeld

(openPR) Am Samstag, den 12.11.2016 findet auf dem Bielefelder Jahnplatz um 17.00 Uhr eine Demonstration für den Erhalt der Sekundarschule statt. Mit Laternen, Lampen und Kerzen soll ein Zeichen für den Erhalt der Schule gesetzt werden.

Ein breites Bündnis kämpft für
den Erhalt der Sekundarschule.
(openPR)
Seit Anfang September schon demonstrieren in Bielefeld Kinder, Eltern und Bürger(innen) für „ihre“ Schule! Erst seit drei Jahren hat Bielefeld eine Schule, die es behinderten und nicht behinderten Kindern ohne „Gymnasialempfehlung“ ermöglicht, länger gemeinsam zu lernen – die Sekundarschule Bethel. Eltern und Kindern schätzen die Möglichkeit, nach der 10. Klasse im Schulverbund mit dem Gymnasium Bethel weiter zum Abitur zu gehen: die Anmeldezahlen waren regelmäßig doppelt so hoch wie die Anzahl der Plätze. Der Bethel-Vorstand will diese Schule auslaufen lassen.

Gemeinschaft verwirklichen“? Nicht mehr an den Friedrich von Bodelschwingh-Schulen?
Dieser Beschluss widerspricht nicht nur dem Leitbild Bethels „Gemeinschaft verwirklichen“ sondern auch aktuellen pädagogischen und bildungspolitischen Erkenntnissen zum gemeinsamen Lernen. Ein Erfolgsfaktor dieser Schule sind die Kooperation mit dem Gymnasium auf dem gleichen Schulgelände und engagierte Lehrer(innen), die in beiden Schulen unterrichten.

Auch wenn die geplante Schließung der Sekundarschule auf Bitten der Stadt seit gestern um ein Jahr verschoben wurde, soll das Erfolgsmodell am Ende gestoppt werden: Ausgerechnet die größte diakonische Einrichtung Europas – die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel – hat aus finanziellem Kalkül beschlossen, diese Schule abzuschaffen! Die Folge wäre eine noch größere Enge an anderen Bielefelder Schulen, dass 75 Fünftklässler und ihre Eltern lange Schulwege in Kauf nehmen müssten, 6 Plätze für Förderschüler(innen), die bisher an der Sekundarschule in Klassen mit Förder- und Fachlehrer(in) unterrichtet wurden, würden wegfallen. Die Stadt Bielefeld hätte zusätzliche Kosten, gleichzeitig würde ihr ein funktionierendes Modell für andere Sekundarschulen fehlen. Daher gehen Eltern und Kinder mit dem Bündnis „Sekundarschule bleibt!“ für den Erhalt der einzigartigen Schule auf die Straße. Sie soll auch den jetzigen Drittklässlern aus Bielefeld und Umgebung erhalten bleiben!

Dem Bündnis „Sekundarschule bleibt!“ haben sich zahlreiche Eltern, Schulpflegschaften, Bielefelder Bürger(innen) und Prominente, aber auch sozial und pädagogisch Engagierte im ganzen Land angeschlossen – darunter u.a. Wolfgang Thierse (SPD), ehem. Präsident des Deutschen Bundestages, oder Professor Klaus Hurrelmann, deutscher Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler oder die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität. Mehr als 10.000 Menschen haben sich bereits mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Sekundarschule Bethel eingesetzt.

Das Bündnis „Sekundarschule bleibt!“ ruft zur Demonstration am Samstag auf und weist darauf hin, dass Anmeldungen von Förderkindern sowie Kindern mit Haupt- und Realschulempfehlung an der Sekundarschule Bethel für das nächste Schuljahr jetzt möglich sind!

Dr. Jutta Fedrowitz, Petra Klatt, Dr. Cordula Kirchner-Bornemann
Schulpflegschaftsvorsitzende der Friedrich von Bodelschwingh-Schulen

Hintergrund

Der Vorstand der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel verkündete nach den Sommerferien überraschend das Auslaufen der einzigen Sekundarschule in Bielefeld. Die Schule wurde erst 2013 eröffnet und war eine „Vorzeigeschule“ für Inklusion. Die ebenfalls im Schulverbund vorhandenen Schulformen Gymnasium und Berufskolleg hatten Kindern mit Haupt- und Realschulempfehlung sowie Kindern mit Förderbedarf bislang individuelle Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zum Abitur gegeben. Die Schule ist bei Eltern sehr beliebt: Jedes Jahr wurden 150 Kinder angemeldet, doppelt so viele, als es Plätze gab. Die Fakultät Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld schickte Studierende, um Inklusion zu lernen.

Von Bethel-Vorstandsfrau und Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong wurde als Schließungsgrund ein zusätzlicher Investitionsbedarf von 10 Mio. € in Gebäude genannt. Doch weder Schulleitungen, Elternvertretung noch die Stadt Bielefeld wurden in diesem Sinne informiert. Der Beschluss der Bethel-Verantwortlichen wurde ohne Rücksprache gefasst und dann erst allen Betroffenen mitgeteilt - nachdem zu Schuljahresbeginn die neuen Fünftklässler freundlich aufgenommen worden waren. Inzwischen wurde klar, dass die 10 Mio. € nur auf einer hoch angesetzten Schätzung beruhen.

Weitere Informationen

Kontakt Bündnis "Sekundarschule bleibt!"
Dr. Jutta Fedrowitz, ;
T. 0172-520-7844

Kontakt Presse:
Romy Mamerow M.A.
Schloßhofstraße 113 | 33615 Bielefeld
T. 0177.6786951 |

Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel haben Anfang September verkündet, ihre erst vor drei Jahren gegründete Sekundarschule in Bielefeld zu schließen – aus Finanzgründen. Bereits zum kommenden Schuljahr sollen keine Schüler mehr aufgenommen werden – eine Schule, in der gemeinsames Lernen auch mit behinderten Kindern bis zur 10. Klasse möglich ist und die eng mit dem Gymnasium in Bethel kooperiert.

Dem Bündnis "Sekundarschule bleibt!" haben sich zahlreiche SchülerInnen, Eltern, Bielefelder BürgerInnen und Engagierte im ganzen Land angeschlossen. Sie kämpfen mit verschiedenen Aktionen für den Erhalt der Schule – so haben bereits mehr als 10.000 Menschen sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Sekundarschule Bethel eingesetzt.


Buchtipp:
Bollock - das Kinder- und Jugendbuch zur Frankfurter Buchmesse 2016