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Frühchen: Förderung für die Allerkleinsten

(openPR) LIEBENAU/MARKDORF – Weltweit werden jedes Jahr 15 Millionen Kinder zu früh geboren. In Deutschland sind es pro Jahr rund 63 000 Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Unter dem Motto „Gemeinsam für die Allerkleinsten“ macht der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November auf die größte Kinderpatientengruppe, die Frühchen, aufmerksam. Die Frühförderstelle im Liebenauer Netzwerk Familie hilft beim Start ins Leben.

Entwicklung gefährdet


Die Heilpädagogik arbeitet mit
Sinneserfahrungen durch
unterschiedliche Materialien.
(openPR)
Als Sophie zur Welt kam, wog sie gerade mal 670 Gramm und war 34,5 Zentimeter groß. Nach vielen Wochen in der Klinik war sie immer noch sehr unruhig und konnte ihre Bewegungen nicht altersgemäß koordinieren. Erst mit Hilfe gezielter Physiotherapie lernte sie langsam nach Gegenständen zu greifen. Wie Sophie, ist ungefähr jedes neunte bis zehnte Kind ein Frühgeborenes, Tendenz steigend. Noch vor hundert Jahren hatten Frühgeborene kaum Überlebenschancen. Das hat sich grundlegend geändert. Die Überlebensrate nach der 27. Schwangerschaftswoche beträgt in Deutschland etwa 95 Prozent. Diese Kinder haben jedoch nicht nur einen erschwerten Start, sondern sie sind in ihrer Entwicklung besonders gefährdet.

Je unreifer die Kinder, desto höher das Risiko


Durch die zu frühe Geburt und ein damit verbundenes niedriges Gewicht ist die körperliche Entwicklung oft verzögert. Auch neurologische Störungen können das Kind auf seinem Weg in das Leben stark beeinträchtigen. Sylvia Unseld leitet die Frühförderstelle der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Markdorf und kümmert sich mit ihrem Therapeutenteam um Frühgeborene im Bodenseekreis. Sie weiß: „Ein zu früh geborenes Baby ist noch nicht vollständig entwickelt, es muss außerhalb des Mutterleibs einiges nachholen. Oft gibt es später Probleme mit der Konzentration, der Motorik oder der Sprache.“ Studien haben ergeben, dass der Intelligenzquotient bei Frühgeborenen statistisch nur durchschnittlich sieben Punkte unter dem anderer Kinder liegt. Dennoch ist das Risiko einer Lernstörung bis zu elfmal höher. Aufmerksamkeitsdefizite, Sprachstörungen, Koordinationsstörungen und Wahrnehmungsstörungen sind nur einige der Probleme, die bei Frühgeborenen gehäuft auftreten.

Frühe Förderung - wichtig fürs ganze Leben


Direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnt für die Kleinen in den meisten Fällen die Förderung durch Physiotherapie. „Was das Gehirn früh lernt, muss es später nicht nachholen“, weiß Sylvia Unseld aus der Erfahrung. „Die Frühförderung bietet aber neben der Förderung von Feinmotorik und Grobmotorik auch heilpädagogische Unterstützung, achtet auf die Wahrnehmung sowie die Sprachentwicklung.“ Ein großer Vorteil der Frühförderstelle in Markdorf, mit Außenstelle in Brochenzell, ist das Team, bestehend aus Therapeuten verschiedener Fachrichtungen. Sie tauschen ihre Beobachtungen aus und können damit dem Kind eine ganzheitliche Förderung geben. Bei einer optimalen Versorgung durch Eltern und Fachleute holen Frühgeborene in den meisten Fällen die anfänglichen Defizite in den ersten Lebensjahren auf, so dass später keine oder nur sehr geringe Einschränkungen zu erwarten sind. Auch Sophie hat mittlerweile viel gelernt. Sie kann sich bereits selbstständig auf den Bauch drehen und entdeckt die Welt mit ihren Händen.

Information und Kontakt


Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle für Eltern und Kind
Spitalstraße 3
88677 Markdorf

Außenstelle Brochenzell:
Inselstraße 19
88074 Meckenbeuren-Brochenzell

Telefon 07544 71838
Telefax 07544 964612

fruehfoerderstelle.markdorf@st.gallus-hilfe.de

www.netzwerkfamilie.de



Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing

Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

Die Stiftung Liebenau ist ein Sozial-, Gesundheits- und Bildungsunternehmen auf kirchlich-katholischer Grundlage. Rund 6300 Mitarbeiter begleiten und unterstützen hilfebedürftige Menschen in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien, der Schweiz und der Slowakei.
www.stiftung-liebenau.de


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