Direkt zum Hauptbereich

Alle 7 Sekunden wird weltweit ein Mädchen unter 15 verheiratet

Berlin (ots) - Zum heutigen Weltmädchentag veröffentlicht Save the Children den Bericht "Every last Girl: Free to live, free to learn, free from harm". Beleuchtet werden die Negativauswirkungen auf Mädchen durch Frühverheiratung in puncto Bildung, Schutz und Gesundheit.



144 Länder werden bewertet, basierend auf Daten zu Kinderheirat, Schulabschluss, Schwangerschaften Minderjähriger, Müttersterblichkeit und Anzahl von Frauen in den Parlamenten. Der beste Ort, als Mädchen aufzuwachsen, ist Schweden gefolgt von Finnland und Norwegen. Niger, der Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Mali und Somalia belegen die letzten Plätze mit einer hohen Anzahl an Kinderehen. Deutschland landet auf Platz 12.

In Afghanistan, dem Jemen, Indien und Somalia werden Mädchen bereits mit 10 Jahren verheiratet. 700 Millionen Frauen weltweit haben vor ihrem 18. Lebensjahr geheiratet.

"Kinderehen sind der Anfang eines Teufelskreises aus Benachteiligungen, der Mädchen die grundlegenden Rechte auf Bildung, Entwicklung und Kindsein verwehrt", betont Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. "Mädchen, die zu früh heiraten, gehen oft nicht zur Schule und sind stärker gefährdet, Opfer von häuslicher Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigung zu werden. Sie bekommen Kinder, bevor ihre Körper dafür bereit sind, und sind zudem einem hohen Risiko sexuell übertragbarer Krankheiten ausgesetzt. Das kann lebensgefährliche Konsequenzen für ihre eigene Gesundheit und die ihrer Babys haben."

Der Bericht von Save the Children zeigt außerdem:


  • Mädchen aus armen Familien werden sehr viel häufiger frühverheiratet als ihre reicheren Altersgenossinnen. In Nigeria sind 40 Prozent der armen Mädchen mit 15 bereits verheiratet, unter den reichsten Mädchen sind es 3 Prozent.
  • Indien - eines der bevölkerungsreichsten Länder weltweit - hat die größte Anzahl an Kinderehen. 47 Prozent der Mädchen unter 18 Jahren 
  • also 24,6 Millionen - sind davon betroffen.
  • Mädchen leiden am meisten unter humanitären Krisen wie dem Ebola-Ausbruch in Sierra Leone.
  • Mädchen, die von Konflikten betroffen sind, werden sehr viel häufiger zu Kinderbräuten; viele Flüchtlingsfamilien verheiraten ihre Töchter, um mehr Sicherheit zu erlangen, wie etwa im Libanon.

"Ich hatte mir meinen Hochzeitstag immer wunderschön vorgestellt. Aber am Ende war er das nicht. Alles war ganz schrecklich und ich war sehr traurig. Viele Mädchen, die früh verheiratet werden, werden krank oder haben Blutungen. Gott sei Dank ist mir das nicht passiert", berichtet Sahar*. "Ich freue mich, dass ich ein Baby bekomme. Aber ich bin ein Kind, das ein Kind aufziehen wird." Die 14-jährige Sahar lebt im Libanon und wird von Save the Children unterstützt. Sie wurde mit 13 Jahren an einen 20-jährigen Mann verheiratet und ist im zweiten Monat schwanger.

Die internationale Gemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, Frühverheiratungen bis zum Jahr 2030 zu beenden. Entwickelt sich die Situation aber so weiter, wird die Zahl der in ihrer Kindheit verheirateten Frauen von aktuell mehr als 700 Millionen auf 950 Millionen im Jahr 2030 und bis zu 1,2 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen.

Zusatzinformationen:

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Faktenblatt:
http://www.savethechildren.de/fileadmin/Berichte_Reports/Faktenblatt_EveryLastGirl.pdf.

Den vollständigen Report zum Download finden Sie hier:
http://www.savethechildren.de/fileadmin/Berichte_Reports/Report_Save_the_Children_Every_Last_Girl.pdf
eine Teilübersetzung hier: http://www.savethechildren.de/fileadmin/Berichte_Reports/Teilreport_Save_the_Children_EveryLastGirl_DE.pdf.

*Die Namen sind zum Schutz der Kinder geändert.

Kontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 - 280
eMail: claudia.kepp@savethechildren.de


Buchtipp:
Bollock - das Kinder- und Jugendbuch zur Frankfurter Buchmesse 2016

Beliebte Posts aus diesem Blog

Problematischer Medienkonsum bei Kindern

Wenn das Smartphone unersetzlich wird
(PrNews24) sup.- 75 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren spielen täglich bis zu 30 Minuten lang mit Smartphones. Zu diesem Ergebnis kommt die so genannte BLIKK-Studie, bei der u. a. mit Unterstützung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) 6.000 Minderjährige im Hinblick auf ihren Umgang mit digitalen Medien befragt wurden. Jugendliche aktivieren ihre mobilen Telefone im Schnitt bereits 120- bis 150-mal am Tag. Das bedeutet laut dem Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Christoph Möller (Hannover), dass alle Aktivitäten in der realen Welt, ob frühstücken, Hausaufgaben machen oder mit Freunden treffen alle neun bis zwölf Minuten unterbrochen werden. „Auf jedes Fiepsen, Brummen oder Klingeln wird unmittelbar reagiert“, so Prof. Möller.

Vor der Suchtgefahr von Smartphones, Tablets oder Computern warnt auch Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. 500.000 bis 600.000 Menschen seien in Deutschland Schätzu…

Welche Mediennutzungs-Regeln für Kinder machen Sinn? - #Medienpädagogik -

Ein Schüler-Experiment mit völlig uneingeschränktem Medienkonsum liefert überraschende Antworten Kirchberg/Jagst (ots) - Praktisch jeder Jugendliche, 98 Prozent, zwischen 12 und 19 Jahren, besitzt laut aktueller JIM-Studie ein Handy, 92 Prozent ein Smartphone und drei Viertel können per Flatrate online gehen. Genutzt werden die Mobilgeräte hautpsächlich zum Chatten, für YouTube und Musik. Die digitalen Medien gehören zur Lebenswelt dieser Generation - und sind im Alltag doch Plagegeister, die in Familien, aber auch an Schulen wiederkehrend Sprengstoff bieten, wenn es um deren Reglementierung geht.

Relative Einigkeit herrscht im schulischen Bereich: Mobiltelefone und digitale Medien sind im Unterricht meist tabu. Und außerhalb der Schule? Eltern sollten individuelle Regelungen für ihre Kinder treffen. Aber welche Regeln machen wirklich Sinn? Vor dieser Frage stehen auch Internate, die in Vertretung des Elternhauses die häusliche Freizeit ihrer Schüler mit gestalten. Auch hier sind die…

"musstewissen": funk startet Nachhilfe-Format auf YouTube - @ZDFpresse

Mainz (ots) - Im Unterricht ging alles mal wieder viel zu schnell und morgen steht schon die nächste Klassenarbeit an? Keine Sorge - ab Dienstag, 14. März 2017, 13.00 Uhr, gibt es Hilfe für stressgeplagte Schüler: Bei "musstewissen", dem schulbegleitenden ZDF-Format für funk, geben Experten Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Chemie, Geschichte. Physik folgt ab Donnerstag, 28. April 2017, und Mathematik ab Montag, 15. Mai 2017. Präsentiert werden die Kanäle unter anderem von bekannten Wissens-YouTubern, wie Mirko Drotschmann ("wissen2go") und Lisa Ruhfus ("Die Klugscheisserin"). Sie alle haben ihr Fach studiert und können die Inhalte gut erklären.

Zu jedem Schulfach wird jeweils ein Lernvideo pro Woche auf YouTube veröffentlicht - und zwar immer um 13.00 Uhr, damit die Schüler für ihre Hausaufgaben gerüstet sind. Auf Instagram und Facebook finden sich zudem passende "Spickzettel" und spannende Fakten zum behandelten Stoff. Die Inhalte der Videos s…